Historische Darstellung einer evangelischen Synode nach 1945
1945 · Kurhessen-Waldeck · Neuanfang

Kirchlicher Neubeginn

Wie sich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck nach 1945 neu ordnete.

Nach Nationalsozialismus und Krieg musste auch die Landeskirche Verantwortung neu bestimmen, ihre Leitung ordnen und das kirchliche Leben in Gemeinden und Regionen wieder aufbauen.

Kirche nach Krieg und Diktatur

Eine Landeskirche vor neuen Aufgaben

Der politische Zusammenbruch von 1945 stellte auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck vor einen tiefen Einschnitt.

Die kirchlichen Strukturen der vergangenen Jahre waren durch den nationalsozialistischen Kirchenkampf geprägt. Nun mussten Leitung, Synode und kirchliche Verantwortung neu geordnet werden.

Ein entscheidender Ort dieses Neubeginns war erneut Treysa. Im September 1945 trat in Hephata eine Notsynode zusammen. Sie schuf eine einheitliche Kirchenleitung, führte das Bischofsamt ein und bereitete den Weg für eine neue synodale Ordnung.

1945
Notsynode in Treysa

Neuordnung der Landeskirche

In Hephata wurden im September 1945 wichtige Entscheidungen für die künftige Leitung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck getroffen.

September 1945 Notsynode in Hephata/Treysa
Adolf Wüstemann wird zum Bischof gewählt
1947 erste ordentliche Landessynode nach dem Krieg
Die Notsynode von 1945

Drei Entscheidungen für den Neubeginn

Die Synode musste in kurzer Zeit eine tragfähige Ordnung schaffen. Dabei ging es um Leitung, Verantwortung und die zukünftige Mitwirkung der Kirche.

01 Neue Leitung

Eine einheitliche Kirchenleitung

Die bisherige Übergangsstruktur wurde neu geordnet. Geistliche und juristische Leitung sollten künftig klar miteinander verbunden sein.

02 Neues Amt

Das Bischofsamt entsteht

Die Notsynode führte das Bischofsamt ein und verband es mit der Leitung des Landeskirchenamtes.

03 Synodaler Weg

Vorbereitung der Landessynode

Die Notsynode bereitete eine ordentliche Landessynode vor, die 1947 zusammentrat und den kirchlichen Neubeginn weiterführte.

Eine prägende Persönlichkeit

Adolf Wüstemann

Der Kasseler Pfarrer und Vertreter der Bekennenden Kirche wurde 1945 zum ersten Nachkriegsbischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gewählt.

Vor 1945

Pfarrer und Theologe

Adolf Wüstemann wurde 1934 ordiniert und war unter anderem Pfarrer in Kassel-Wehlheiden. Im Kirchenkampf stand er auf Seiten der Bekennenden Kirche.

September 1945

Wahl zum Bischof

Die Notsynode wählte Wüstemann zum Bischof. Damit begann eine neue Leitungsstruktur für die Landeskirche.

Amtszeit

1945 bis 1963

In seine Amtszeit fielen die kirchenrechtliche Neuordnung, neue Formen der Zusammenarbeit und wichtige Schritte auf dem Weg zur späteren Grundordnung.

Verantwortung nach 1945

Neubeginn bedeutete auch Rückblick

Kirche konnte nach 1945 nicht einfach dort weitermachen, wo sie vor der Diktatur gestanden hatte.

Die Auseinandersetzungen zwischen Deutschen Christen, Bekennender Kirche und staatlicher Einflussnahme hatten tiefe Spuren hinterlassen. Die Landeskirche musste sich neu positionieren und Verantwortung für die Zukunft übernehmen.

Der kirchliche Neubeginn vollzog sich im Umfeld einer breiteren evangelischen Auseinandersetzung mit Schuld und Verantwortung. Dazu gehörte im Oktober 1945 auch die Stuttgarter Schulderklärung führender Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Verantwortung · Aufarbeitung · Zukunft

Kein einfacher Neuanfang

Die Kirche musste neue Strukturen schaffen und zugleich lernen, ihre Rolle während der nationalsozialistischen Zeit kritisch zu betrachten.

Neubeginn vor Ort

Kirche musste wieder Alltag werden

Die Neuordnung in Treysa war nur der institutionelle Anfang. Entscheidend war, was anschließend in den Gemeinden geschah.

01

Gottesdienste

Gemeindliches Leben musste unter schwierigen Nachkriegsbedingungen stabilisiert und neu organisiert werden.

02

Konfirmandenunterricht

Unterricht, Glaubensvermittlung und Konfirmation wurden wieder zu festen Bestandteilen des Gemeindelebens.

03

Diakonie und Hilfe

Soziale Not, zerstörte Lebensgrundlagen und neue gesellschaftliche Aufgaben forderten die Gemeinden unmittelbar.

04

Neue Verantwortung

Kirche musste ihren Platz in einer entstehenden demokratischen Gesellschaft neu bestimmen.

Vom Provisorium zur Grundordnung

1945 · 1947 · 1961 · 1967

Der kirchliche Neubeginn war kein einzelner Beschluss, sondern ein Prozess über mehr als zwei Jahrzehnte.

1945

Treysa

Die Notsynode schafft eine neue Leitungsstruktur und wählt Adolf Wüstemann zum Bischof.

1947

Landessynode

Die erste ordentliche Landessynode nach dem Krieg führt die Neuordnung weiter.

1967

Grundordnung

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck erhält ihre neue Grundordnung.

Treysa als Ort evangelischer Kirchengeschichte

Zwei Ebenen des Neubeginns

Frag Philipp

Frag Philipp

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Nur Beispiele – ihr könnt Philipp jede Frage zur Geschichte Ziegenhains stellen.

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