Homberg 1526 · Ziegenhain 1538/39

Von Homberg nach Ziegenhain

Zwei Orte – ein Weg der hessischen Reformation

Die Homberger Synode legte 1526 wichtige Grundlagen für die Reformation in Hessen. Zwölf Jahre später wurden in Ziegenhain zentrale Gedanken weiterentwickelt und in kirchliche Praxis überführt.

Eine Entwicklung über zwölf Jahre

Ziegenhain begann nicht bei Null

Die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung steht in einer Entwicklung, die bereits mit der Homberger Synode von 1526 begonnen hatte.

In Homberg stellte Landgraf Philipp die grundlegende Frage, wie Kirche und Gesellschaft in Hessen nach den Gedanken der Reformation neu geordnet werden sollten. In Ziegenhain ging es später darum, diese neue Kirche konkret zu organisieren und Verantwortung innerhalb der Gemeinden zu regeln.

1526 Homberger Synode
→
1538 Synode in Ziegenhain
1539 Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung
21.–23. Oktober 1526

Homberg – die Grundentscheidung

In der Stadtkirche St. Marien ließ Landgraf Philipp über die Einführung und Gestaltung der Reformation in Hessen beraten.

Landgraf Philipp

Die Reformation gemeinsam beraten

Philipp berief Geistliche, Vertreter der Ritterschaft, der Städte und weitere Stände nach Homberg. Über den zukünftigen Weg der Kirche sollte nicht allein am Fürstenhof entschieden werden.

Franz Lambert von Avignon

Ein Entwurf für eine neue Kirche

Lambert legte 158 Thesen vor. Aus seinen Vorstellungen entstand die „Reformatio Ecclesiarum Hassiae“ – ein außergewöhnlich weitgehender Entwurf für eine evangelische Kirchenordnung.

Der Homberger Gedanke

Kirche sollte von der Gemeinde mitgetragen werden

Die Homberger Ordnung war ihrer Zeit in vielen Punkten voraus.

Sie wollte den einzelnen Gemeinden eine ungewöhnlich starke Stellung geben. Geistliche und Gemeindemitglieder sollten gemeinsam Verantwortung übernehmen, und Synoden sollten zu einem festen Bestandteil kirchlicher Leitung werden.

01 Gemeinde
02 Beteiligung
03 Synode
04 Verantwortung
Nicht sofort umgesetzt

Luther bremste den großen Entwurf

Philipp legte die Homberger Ordnung Martin Luther vor. Luther war gegenüber einer umfassenden Neuordnung „auf dem Papier“ skeptisch und empfahl ein vorsichtigeres, schrittweises Vorgehen.

Die Homberger Ordnung wurde deshalb nicht vollständig in Kraft gesetzt. Ihre Gedanken verschwanden jedoch nicht.

Zwölf Jahre Entwicklung

Der Weg von Homberg nach Ziegenhain

1526

Homberger Synode

Grundsatzentscheidung für die Reformation in Hessen.

1527

Universität Marburg

Philipp gründet die erste evangelische Universität.

1530er

Neue Kirchenstrukturen

Superintendenturen, Visitationen und kirchliche Ordnungen festigen die Reformation.

1538/39

Ziegenhain

Gemeinde, Kirchenzucht und persönliche Glaubensverantwortung erhalten eine neue, verbindlichere Gestalt.

Ziegenhain 1538/39

Aus Grundgedanken wird kirchliche Praxis

Ziegenhain übernimmt nicht einfach die Homberger Ordnung. Aber zentrale Gedanken der hessischen Reformationsentwicklung werden nun konkreter und praktikabler ausgestaltet.

01

Gemeinde

Die Gemeinde erhält eigene Verantwortung für das kirchliche Leben.

02

Älteste

Gewählte Gemeindeglieder übernehmen gemeinsam mit den Pfarrern Verantwortung.

03

Kirchenzucht

Kirchliche Konflikte werden stärker innerhalb der Gemeinde geregelt.

04

Konfirmation

Unterricht und eigenes Glaubensbekenntnis führen zu bewusster Verantwortung in der Gemeinde.

1526 → 1538
Personelle Verbindung

Adam Krafft verbindet beide Orte

Die Verbindung zwischen Homberg und Ziegenhain lässt sich sogar an einer Person festmachen.

1526 machte Adam Krafft das von Franz Lambert entwickelte Reformprogramm den deutschsprachigen Teilnehmern in Homberg verständlich. 1538 gehörte er als Superintendent von Marburg zu den Beratenden in Ziegenhain und später zu den Unterzeichnern der Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung.

Die politische Konstante

Philipp der Großmütige

Hinter beiden Entwicklungen stand Landgraf Philipp. 1526 schuf er in Homberg den politischen Raum für die Reformation. 1538 holte er Martin Bucer nach Hessen, um einen neuen religiösen Konflikt nicht nur durch Zwang, sondern durch Verständigung zu lösen.

Homberg und Ziegenhain sind keine getrennten Episoden, sondern zwei Etappen derselben hessischen Reformgeschichte.
Zwei Orte – zwei Aufgaben

Homberg und Ziegenhain gehören zusammen

1526 Homberg

Die Richtung bestimmen

Wie soll eine evangelische Kirche in Hessen grundsätzlich aussehen?

→
1538/39 Ziegenhain

Die Idee konkretisieren

Wie kann diese Kirche in den Gemeinden praktisch funktionieren und Verantwortung organisieren?

Ein gemeinsamer Weg

Homberg war der Anfang – Ziegenhain die Weiterentwicklung

1526 wurde in Homberg die Richtung bestimmt. 1538/39 erhielten wichtige Gedanken der hessischen Reformation in Ziegenhain eine konkrete und dauerhafte Gestalt.

Die Geschichte der Konfirmation lässt sich deshalb nicht isoliert betrachten. Sie gehört zu einem längeren Reformprozess, der Homberg und Ziegenhain miteinander verbindet.

Frag Philipp

Frag Philipp

Guten Tag! Ich bin Philipp. Was möchtest du über die Konfirmationsstadt Ziegenhain wissen?

Nur Beispiele – ihr könnt Philipp jede Frage zur Geschichte Ziegenhains stellen.

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