Ziegenhain · 1538/1539 · Reformation

Die Unterzeichner

Die Männer hinter der Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung

Am Ende der Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung werden zehn Geistliche genannt, die in Ziegenhain zusammengekommen waren und an der kirchlichen Ordnung mitgewirkt hatten.

Zehn Namen

Wer setzte seinen Namen unter die Ordnung?

Die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung war das Ergebnis gemeinsamer Beratungen. Am Ende des Textes werden zehn geistliche Vertreter namentlich aufgeführt.

Sie kamen aus verschiedenen Orten der Landgrafschaft Hessen: aus Marburg, Alsfeld, Homberg, Kassel, Nidda, Melsungen, Gießen, Allendorf und Treysa.

Unter ihnen waren Superintendenten, Professoren und Pfarrer. Gemeinsam standen sie für die Umsetzung der Reformation in den Gemeinden Hessens.

10
Geistliche Vertreter

Zehn Namen am Ende der Ordnung

Die historische Edition weist ausdrücklich darauf hin, dass nur die geistlichen Vertreter der Synode unterschrieben.

3 Superintendenten
1 Theologieprofessor
6 Pfarrer und Prediger
Die Unterzeichner

Zehn Geistliche aus Hessen

Die Namen erscheinen am Schluss der Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung in dieser Reihenfolge.

01
Marburg

Adam Krafft

Superintendent zu Marburg

Einer der einflussreichsten Theologen der hessischen Reformation. Krafft wirkte als Prediger, Visitator, Superintendent und Schulreformer.

02
Alsfeld

Tilemann Schnabel

Superintendent zu Alsfeld

Theologe und Reformator der Stadt Alsfeld. Er gehörte zu den prägenden Geistlichen der frühen hessischen Reformationszeit.

03
Homberg

Johannes Kymäus

Superintendent zu Homberg

Als Superintendent gehörte Kymäus zur geistlichen Führung der reformierten Kirche in Hessen und war an den Beratungen in Ziegenhain beteiligt.

04
Marburg

Gerhard Geldenhauer

Professor der Theologie in Marburg

Der Humanist und Theologe Gerhard Geldenhauer, auch Noviomagus genannt, lehrte an der Universität Marburg und gehörte zum akademischen Umfeld der hessischen Reformation.

05
Kassel

Dionysius Melander

Pfarrer auf der Freiheit zu Kassel

Melander war Pfarrer und einer der bekannten reformatorischen Prediger Hessens. Er stand zeitweise auch in engem Umfeld Landgraf Philipps.

06
Nidda

Johannes Pistorius Niddanus

Pfarrer zu Nidda

Pistorius wirkte als Pfarrer in Nidda. Der Zusatz „Niddanus“ verweist unmittelbar auf seinen Wirkungsort.

07
Melsungen

Johannes Lening

Pfarrer zu Melsungen

Der 1491 in Butzbach geborene Lening war zunächst Mönch und später Pfarrer in Melsungen. Dort wirkte er über mehrere Jahrzehnte.

08
Gießen

Daniel Greser

Pfarrer zu Gießen

Greser war von 1532 bis 1542 Pfarrer in Gießen. Später wirkte er als Pfarrer und Superintendent in Dresden.

09
Allendorf

Theodorus Fabricius

Pfarrer zu Allendorf

Fabricius kam 1532 nach Hessen und wirkte ab 1536 als Pfarrer in Allendorf. Später wurde er Superintendent in Zerbst.

10
Treysa

Bartholomäus Grentzebach

Pfarrer zu Treysa

Grentzebach stammte aus Homberg und war von 1533 bis 1547 Pfarrer in Treysa. Damit stammte einer der zehn Unterzeichner unmittelbar aus dem heutigen Schwalmstadt.

Besondere Verbindung zu Schwalmstadt
Eine wichtige Unterscheidung

Und Martin Bucer?

Martin Bucer war einer der entscheidenden Köpfe der Ziegenhainer Beratungen – sein Name steht jedoch nicht unter den zehn geistlichen Unterzeichnern.

Bucer war auf Wunsch Landgraf Philipps nach Hessen gekommen und hatte zuvor Gespräche mit Vertretern der Täufer geführt.

Seine theologischen Vorstellungen prägten die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung wesentlich. Deshalb muss zwischen den namentlich aufgeführten Unterzeichnern und den weiteren maßgeblichen Beteiligten unterschieden werden.

Martin Bucer Mitgestalter – aber nicht einer der zehn Unterzeichner

Seine Rolle war für die Entstehung der Ordnung dennoch von zentraler Bedeutung.

Die Synode

Mehr als zehn Männer waren beteiligt

Die Liste der zehn Namen bildet nicht die gesamte Versammlung ab.

01

Geistliche

Die zehn namentlich genannten Superintendenten, Professoren und Pfarrer bildeten die geistliche Seite der Beratungen.

02

Fürstliche Räte

Auch Räte Landgraf Philipps nahmen an den Beratungen teil und billigten die gefundene Ordnung.

03

Abgesandte der Städte

Vertreter hessischer Städte waren ebenfalls anwesend und wurden in den Beratungsprozess einbezogen.

04

Martin Bucer

Der Straßburger Reformator wirkte maßgeblich an der theologischen Ausgestaltung der Ordnung mit.

Im Original

„Diese sein die Namen …“

Die Ordnung leitet die Namensliste mit dem Hinweis ein, dass dies diejenigen seien, die in Ziegenhain zusammengekommen waren und sich mit der christlichen Kirchenzucht befasst hatten.

Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung · 1539
„Diese sein die namen, dero so zu Ziegenhain bei einander gewesen und sich diser christlichen zucht bedacht haben“
Gemeinsam beraten

Aus Beratung wurde Ordnung

Zehn Geistliche setzten ihren Namen darunter. Doch die Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung war das Ergebnis eines weit größeren politischen und theologischen Verständigungsprozesses.

Genau dieses Zusammenspiel macht Ziegenhain zu einem besonderen Ort der Reformationsgeschichte.

Frag Philipp

Frag Philipp

Guten Tag! Ich bin Philipp. Was möchtest du über die Konfirmationsstadt Ziegenhain wissen?

Nur Beispiele – ihr könnt Philipp jede Frage zur Geschichte Ziegenhains stellen.

War diese Antwort hilfreich?

KI-generierte Stimme
Sicherheitsprüfung gegen automatisierte Anfragen
Sicherheitsprüfung wird geladen …

Bitte keine persönlichen oder vertraulichen Daten eingeben.